Kommunikationsleitfaden

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Interview mit Jan Schwarz vom Klima-Bündnis

(Autor des Kommunikationsfadens)

 
  • Welches sind die wichtigsten Kernbereiche der Kommunikation für Landkreise im Klimaschutz?

Ich würde sagen, dass der erste Kernbereich die Prozesssicht ist: denn dann ist unsere Kommunikationsarbeit längerfristig geplant, die einzelnen Maßnahmen bauen aufeinander auf und unterstützen sich. Und damit ist die Kommunikationsarbeit stärker in ihrer Gesamtwirkung.

Anwenden kann man diese Sichtweise auch auf den Kernbereich der Vernetzung: Vertrauensaufbau und Kontaktpflege mit den kreisangehörigen Kommunen – also ganz klassische persönliche Kommunikation. Sie ermöglicht ein gegenseitiges Verständnis und ggf. auch ein vertrauensvolles Verhältnis mit den Kollegen. Und dann können Landkreisverwaltungen ihre kreisangehörigen Kommunen auch effektiv im Klimaschutz unterstützen.

  • Welche Aspekte sind besonders für Landkreise wichtig?

Für diese Kommunikation sollten wir drei unterschiedliche Aspekte betrachten und je nach Voraussetzung auch bearbeiten: a) die interne Kommunikation in die eigene Verwaltung hinein und b) die Kommunikation mit den kreisangehörigen Gemeinden und Städten. Die klassische Öffentlichkeitsarbeit c) – also die direkte Ansprache von Bürgerinnen und Bürgern – ist der dritte Kommunikationsaspekt. Der lässt sich auch gut in der Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Kommunen bearbeiten.

  • Was sind geeignete erste Schritte?

Wir alle arbeiten ja ständig mit begrenzten Ressourcen. Was wir eher seltener betrachten, sind die Möglichkeiten, die sich aus unserer Situation ergeben: Wenn ich Unterstützer aus der Öffentlichkeitsarbeit gewonnen habe, dann reicht es vielleicht aus, Anlässe zu organisieren, zu denen Landkreisvertreter öffentlich auftreten können. Sich der eigenen Ziele und Kompetenzen bewusst werden und diese auch für andere nutzbringend einsetzen, das wären meine ersten Schritte auf Landkreisebene.

  • Was hat Dich besonders überrascht bei den Fallbeispielen?

Mich als ehemaligen Kommunikationsberater hat es positiv überrascht, dass eine Vielzahl von Klimaschützern in Landkreisen ohne große und teure Konzepte vorab gefühlsmäßig bereits das Richtige tun haben – sie setzen sich Kommunikationsziele, die sie mit ihren knappen Ressourcen auch erreichen können, legen die Kommunikationsarbeit längerfristig als schrittweises Vorgehen an, bauen Netzwerke auf und verschaffen Ihren politischen Entscheidungsträgern öffentliche Sichtbarkeit. Und das Ganze in den wenigsten Fällen mit einer spezifischen Ausbildung.

  • Lieblings- oder besonders kreative Praxis?

Mein Lieblingsbeispiel ist eine gescheiterte Kampagne für die interne Kommunikation in der Kreisverwaltung von Rendsburg-Eckernförde: Erstens, weil die Aufklärungs- und Informationsarbeit in der eigenen Verwaltung wichtig ist für die Vernetzung – um Mitstreiter zu aktivieren und für die Legitimation der Arbeit im kommunalen Klimaschutz. Zweitens, weil wir aus dem Scheitern von Projekten immer wieder wertvolle Erkenntnisse ziehen können. Und Drittens, weil durch das Informieren über diese Kommunikationskampagne und die Erkenntnisse aus den Fehlern eine andere Landkreisverwaltung die Kampagne übernahm, etwas adaptiert hat und dann erfolgreich durchführen konnte.

Fail Forward!