Teilnehmer

Klimakreise

Leipzig

Der Landkreis Leipzig entstand durch den Zusammenschluss zwei bestehender Landkreise (Muldentalkreis und Leipziger Land) 2008 im Rahmen der sächsischen Kreisreform. Zu ihm gehören 32 Gemeinden. Mit einer Größe von 1.647 m² und knapp 260.000 Einwohnern zählt der Landkreis Leipzig zu den eher dünn besiedelten Landkreisen unter den neun Teilnehmern.

Der Landkreis Leipzig ist sehr an einer aktiven Mitgestaltung und Maßnahmenidentifizierung der Kommunen im Sinne eines wirtschaftlichen und nachhaltigen Energie- und Klimakonzeptes interessiert. Mit dem Kreisentwicklungskonzept wurden bereits erste Schritte in Richtung integrierten Klimaschutzes unternommen. Mit der Teilnahme am RegioTwin Projekt konnte das Leipziger Muldenland  unter Mitwirkung vom Landkreis sein Klimaschutzprofil weiter schärfen. Die dadurch entstandene Dynamik möchte der Landkreis beim Projekt Landkreise in Führung! weiter ausbauen und seine kreisangehörigen Gemeinden stärker im Klimaschutz unterstützen. Es wurden bereits mehrere Workshops von der Wirtschaftsförderung initiiert, um regionale Strategien und Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Schwerpunktthemen im Landkreis sind erneuerbare Energien, Beratung und nachhaltige Mobilität. Mit einem geplanten Elektromobilitätskonzept soll dieses Thema landkreisübergreifend angegangen werden. Der Erfahrungsaustausch und Formate wie die Zusammenarbeit mit den Gemeinden ausgestaltet werden kann, stehen im Fokus bei der Teilnahme bei Landkreise in Führung!

 

***NEWS***

Der Landrat des Klimakreises Leipzig Henry Graichen in einem Zeitungsbeitrag zur Teilnahme des Landkreises bei LiF!: „Inhalt dieses Projektes ist vor allem, dass sich die Teilnehmer von Vorreiterregionen eine Scheibe abschneiden“.

 

Mettmann

Der Kreis Mettmann in Nordrhein Westfalen weist mit seinen knapp 480.000 Einwohnern auf einer Fläche von gut 400 km² die höchste Bevölkerungsdichte unter den teilnehmenden Landkreisen auf.

Von den zehn kreisangehörigen Städten haben bereits sieben ein Klimaschutzkonzept, eine landkreisweite Klimaschutzstrategie gibt es aber noch nicht. Über die Kommunalrichtlinie wurde eine Erstberatung in Anspruch genommen, um den Weg für einen strukturierten und breit aufgestellten Klimaschutzprozess zu ebnen.  Zudem nimmt der Kreis bereits an den Projekten „ÖKOPROFIT“ oder „ALTBAUNEU“ teil.

Zu den Schwerpunktthemen, die den Kreis beschäftigen, zählen vor allem erneuerbare Energien, Altbausanierung und Energieeffizienz. Von der Teilnahme bei Landkreise in Führung! erhofft sich der Kreis vor allem Anregung und Unterstützung bei der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes in Kooperation mit seinen Städten sowie das Kennenlernen neuer Formate für eine gelungene Mobilisierung und  Einbindung weiterer Akteure. Die Erfahrungen von anderen Landkreisen, wie eine effiziente Organisationsstruktur aufgebaut werden kann, sind ebenfalls von großem Interesse.

 

Potsdam-Mittelmark

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark (PM) gehört mit seinen 2.575 km² zu den flächenmäßig größten in Deutschland und ist auch der Größte unter den Projektteilnehmern. Mit seinen 200.000 Einwohnern ist er zudem der bevölkerungsreichste Landkreis der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Zu ihm gehören 38 Gemeinden. Prägend ist der ländliche Raum mit rund 40% Waldflächen.

Der Landkreis PM hat seinen Schwerpunkt im Bereich der erneuerbaren Energien (EE). Bereits heute werden bilanziell 93% des Elektroenergiebedarfes aus EE gedeckt. Weitere Stärken des Landkreises PM liegen mehreren Modellprojekten, beispielsweise im Bioenergiedorf Feldheim. Hier entstand auch das Neue Energien Forum Feldheim als Veranstaltungsort. Darüber hinaus werden praxisnahe Schülerprojekttage angeboten. Die Handwerkskammer berät ergänzend zu Zukunftsberufen.

Zur Initiierung des Klimaschutzprozesses hat der Landkreis eine Initialberatung über die Kommunalrichtlinie genutzt. Ziel ist nun die Erarbeitung einer Energie- und Klimastrategie unter Berücksichtigung der spezifischen Interessen der Gemeinden.

Das Leitziel des Landkreises PM lautet: „Wir sind ein Vorbild für regenerative und alternative Energieerzeugung. Der Elektroenergiebedarf des Landkreises wird 2022 nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Potsdam-Mittelmark hat sich bundesweit als Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien etabliert.“

Vom Projekt Landkreise in Führung! wünschen sich die Mitarbeiter übertragbare Herangehensweisen und Projektideen, wie die Gemeinen in den Klimaschutzprozess bestmöglich eingebunden und motiviert werden können.

 

***NEWS***

Das Projekt „Klimafreundliche Mobilität mit Pedelecs“ des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurde ausgezeichnet im Rahmen des Wettbewerbs „Region Zukunft 2017“ der IHK Potsdam.

 

Saalfeld-Rudolstadt

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist mit einer Fläche von gut 1.036 km² und rund 109.000 Einwohnern in 38 Gemeinden einer der größten Landkreise Thüringens. Die herrliche Landschaft des Thüringer Waldes mit seinen Stauseen bietet einen hohen Freizeitwert. Zahlreiche Museen, Schlösser, unsere kreiseigenen Musikschulen und ein namhaftes Theater spiegeln die Jahrhunderte alten kulturellen Traditionen wider.

Als Träger und Eigentümer zahlreicher Liegenschaften, spielen die Nutzung erneuerbarer Energien, regionale Energiekreisläufe sowie Energiesparmaßnahmen und Klimaschutz schon lange eine wichtige Rolle für den Landkreis. Mit Hilfe des Konjunkturpakets II der Bundesregierung konnten zahlreiche Objekte energetisch saniert werden.

Über die in der Nationalen Klimaschutzinitiative enthaltene Kommunalrichtlinie wurde bereits eine Initialberatung in Anspruch genommen und am 31. Mai 2016 abgeschlossen. So wurden kreiseigene Liegenschaften und deren Bewirtschaftung sowie weitere Sektoren, die im Zusammenhang mit Klimaschutz stehen, betrachtet. Verantwortlichkeiten, Strukturen und interne Abläufe konnten festgelegt werden. Ein weiterer Schwerpunkt – die Klimafolgenanpassung - konnte in Zusammenarbeit mit der Thüringer Klimaagentur ebenfalls näher für den Landkreis betrachtet werden.

Die entstandenen Ideen und Ansätze sollen nun weitergeführt und entwickelt werden. Zudem soll eine Klimastrategie für den Landkreis mit den kreisangehörigen Gemeinden und weiteren Akteuren im Rahmen eines offenen Netzwerks entwickelt werden. Im Landkreis spielen vor allem Themen wie die Organisationsstruktur, erneuerbare Energien und Energieeffizienz eine Rolle.

Einen großen Gewinn an der Teilnahme bei Landkreise in Führung! sieht der Landkreis im fachlichen Austausch mit klimaschutzerfahrenen Landkreisen und bei der Erarbeitung von Herangehensweisen, wie die Gemeinden bestmöglich einbezogen, motiviert und unterstützt werden können.

 

Stendal

Der Landkreis Stendal aus Sachsen-Anhalt ist mit seinen gut 114.000 Einwohnern auf einer Fläche von ca. 2400 km² der am dünn besiedelste Landkreis unter den Teilnehmern.

Der Landkreis wurde 2013 beim Wettbewerb kommunaler Klimaschutz für „10 Jahre kommunales Energiemanagement“ ausgezeichnet. Es konnten zahlreiche technische und nutzerbedingte Maßnahmen umgesetzt werden. Derzeit in der Entwicklung ist die Energie- und Klimaschutzstrategie Altmark. Zum Landkreis gehört auch die Bioenergieregion Altmark.

 

Vorreiterkreise

Gießen

Der hessische Landkreis Gießen umfasst 854 Quadratkilometer mit 260.000 Einwohnern in 18 Städten und Gemeinden, darunter die Universitätsstadt Gießen. Im Vordergrund der Energie- und Klimaschutzpolitik steht die Einsparung von Primärenergie insbesondere im Wärmebereich. Seit Juli 2016 wird der Kreis als „Masterplankommune 100% Klimaschutz“ gefördert.

Klimaschutz funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Daher sind Kommunen, Gewerbebetriebe, die relevanten Akteure sowie BürgerInnen in die Klimaschutzprozesse eingebunden. Seit 2012 wird die Energiewende von einem Klimaschutz- und Energiebeirat begleitet. Hier sind insbesondere Akteure aus der Kreis- und Kommunalpolitik, der Wissenschaft, Wirtschaft und sachkundige BürgerInnen vertreten. Der Landkreis versteht sich als Partner der Kommunen und unterstützt die Städte und Gemeinden bei der Initiierung und Umsetzung von Klimaschutzprojekten.

Als Datengrundlage für die Wärmewende erstellte der Landkreis Gießen erstmals in Hessen eine flächendeckende, ortsteilscharfe Wärmebedarfshochrechnung. Damit konnten z.B. Ortsteile mit erhöhtem Sanierungsbedarf im Gebäude- und Heizungsbereich identifiziert werden, in denen zum Teil mit Unterstützung des Landkreises schon Folgeprojekte begonnen wurden.

Um die Sanierungsquote zu erhöhen, initiiert und unterstützt der Landkreis Gießen gemeinsam mit den Kommunen eine breit aufgestellte Energieberatungsinitiative. Gemeinsam mit der Stadt Gießen wurde ein Energieberatungsnetzwerk ins Leben gerufen. Dieses wird unterstützt von „Energiescouts“, die in jeder Kommune ehrenamtlich als erste AnsprechpartnerInnen zur Verfügung stehen.

 

St. Wendel

Im nördlichen Saarland, in einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft, liegt der Landkreis St. Wendel. Er ist mit seinen knapp 480.000 km² Fläche und rund 88.000 EinwohnerInnen der kleinste Landkreis im Team der Vorreiter. Als erster Landkreis des Saarlandes will St. Wendel seinen Energiebedarf bis zum Jahr 2050 CO2 neutral gestalten.

Erreichen will er das mit einem „Ländlichen Energiemix“, bei dem der effiziente Umgang mit Energie im Mittelpunkt steht. Er setzt dabei auf eine dezentral ausgerichtete Energiewende, mit Wertschöpfung in der Region und einem Beitrag zum Klimaschutz. Der Landkreis sticht im kommunalen Klimaschutz besonders durch seine umfassende Akteursbeteiligung und Vernetzungsaktivitäten hervor. Schon während der Konzepterstellung  wurden Schlüsselakteure (Kommunen, Unternehmen, private Haushalte, u.a.) in den Prozess eingebunden. Im Rahmen der Initiative „Null-Emission Landkreis St. Wendel“ werden Projekte im Landkreis maßgeblich unterstützt und angestoßen. Immer unter besonderer Berücksichtigung von Akzeptanz und Teilhabe durch die örtliche Bevölkerung. Hier vernetzt die Lenkungsgruppe „Klimaschutz“, der Verein „Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land“ und die „Energie-Projekt-Gesellschaft St. Wendeler Land“ alle wichtigen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

***NEWS***

Schüler.Unternehmen.Klimschutz - Projekt im Landkreis St. Wendel

Der Landkreis St. Wendel hat im Oktober an verschiedenen Schulen im Landkreisgebiet Kinderklimaschutzkonferenzen durchgeführt. Ein Netzwerk aus engagierten Unternehmen und Schulen im Landkreis St. Wendel möchte damit einen Beitrag dazu leisten, mit der Generation von Morgen die Umwelt von heute zu schützen. Zusammen mit der Klimaschutzinitiative Null-Emission Landkreis St. Wendel werden dabei regionale Unternehmen und Schulen vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) Kinderklimaschutzkonferenzen ausrichten lassen.

Ziel des Projekts ist es, die Kinder auf spielerische Art zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Energie zu motivieren, um hierdurch ein nachhaltiges Klimabewusstsein bereits im Kindesalter zu verankern. Dabei kommen viele Experimente und Utensilien zum Einsatz, so z.B. eine Thermografiekamera sowie ein Solarkocher. Zur Unterstützung der Konferenzen entsenden die Unternehmen Auszubildende an ihre Partnerschulen, welche dort als Klimaassistenten die Umsetzung begleiten.
 

 

Teltow-Fläming

Wie kann der Einzelne dazu beitragen, dass sich unsere Erde nicht weiter aufheizt? Der Landkreis Teltow-Fläming hat seine Antwort auf diese Frage gefunden: Mit vermeintlich kleinen Maßnahmen soll es gelingen, den Kohlendioxid-Ausstoß und den Energieverbrauch in der Region zu senken. Festgeschrieben wurde dies im Energiespar- und Klimaschutzprogramm sowie im Leitbild des Landkreises.

Seit 2010 sorgt die Klimaschutz-Koordinierungsstelle für die Umsetzung dieser Ziele. Sie initiiert, koordiniert und multipliziert auch über Kreisgrenzen hinweg neue Aktionen. Dazu gehören Projekte wie das „Energiesparen an Schulen“ oder die geplante Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern kreiseigener Gebäude. Kontinuierlich sensibilisiert die Klimaschutz-Koordinierungsstelle die Öffentlichkeit wie auch die Kommunalverwaltungen und die Politiker im Landkreis. Sie nutzt dazu Netzwerke, Gremien und die Medien.

Teltow-Fläming ist anerkannte 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region und Mitglied des Klima-Bündnisses e. V. Seine Erfahrungen wird TF als „Landkreis in Führung“ gern mit anderen Kommunen teilen und austauschen.